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Nostradamus selbst be-
antwortet diese Frage in
ebenso dunkler Sprache,
wie er die Prophezeiun-
gen niederschrieb. Doch
wer sehr aufmerksam
z.B. seine Zeilen an den
Sohn Cäsar liest, wird
erkennen müssen, dass
auch er sich wie seine
bekannten Vorbilder
auf astrologische Berech-
nungen stützte:
"Von
der judiziellen
As-
trologie und mittels Ins-
piration und göttlicher Of-
fenbarung haben wir un-
sere Prophezeiungen
durch fortwährende Be-
rechnungen schriftlich
ausgearbeitet..."
So
gebe ich z.B.
Nolan
recht, wenn dieser be-
hauptet, dass es schlicht-
weg unmöglich sei, Visi-
onen oder Wahrträume
astrologisch zu berech-
nen, da für eine derartige Berechnung die Zeitba-
sis fehle.
Daraus
jedoch zu schlies-
sen, das folglich eine Vi-
sion mehr oder weniger
unnütz sei, ist ganz sicher
nicht richtig. Ich gehe da-
von aus, dass Nostrada-
mus (wie Paracelsus,
Stöfler, Gauricius u.a. vor
ihm ) mittels spezieller as-
trologischer Berechnungen
auf kommende zu erwar-
tende Ereignisse schloss.
Diese dann eingehender
berechnete und sie durch
inspirative Eingebungen
ergänzte.
Dass
auf diese Weise
be-
reits hervorragende Pro-
phezeiungen lange v o r
seiner Zeit gemacht wur-
den, beweist die Geschich-
te namhafter Astrologen
und Propheten. Mehr...

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Um das Wesen der ernsthaften Prophetie besser zu verstehen, müssen
wir
bis in die Epoche der Chaldäer zurückblicken, für die das Wesen
der Welt un-
endlich und ewig, ohne Beginn und ohne Ende war. Die Perfektion
des Uni-
versums, so lehrten die Chaldäer, entspricht einer göttlichen
Vorsehung, so
dass auf Erden kein Vorkommnis, kein Wesen und keine Erscheinung
zufäl-
lig oder spontan sei, sondern stets der göttlichen Bestimmung unterliege.
Diese
Vorsehung zeige
sich nicht als schaffende, sondern als ordnende Ur-
kraft, welche sich auf Erden im Einklang mit der gesamten kosmischen
Welt
befindet geordnet von einem über allem stehenden Weltgeist,
dessen lei-
tende Vorsehung jedoch durch das unabänderliche
Gesetz der Notwendig-
keit gebunden sei, nach dessen Bestimmungen er durch seine
Emanatio-
nen die Welt erschuf und sie erhält und regiert.
So
sind denn auch die
ältesten uns bekannten astrologischen Lehren auf ba-
bylonische Chaldäer und ihre früh-semitischen Nachbarn zurückzuführen.
Al-
le sich auf der Erde ereignenden Geschehnisse so
sagen diese Thesen,
die auch in den Ur-Religionen verwurzelt sind rühren vom
gottgewollten Zu-
sammenspiel der planetarischen Kräfte her, bestimmen also
auch das Tun
und Handeln des Menschen und des Menschheitgeschehens.
Die
Quelle der Prophetie
war daher, soweit wir zurückblicken können, immer
sehr eng mit der Astrologie verbunden. Viele der bekannten mittelalterlichen
Prophezeiungen wurden erst durch die Astrologie möglich. Paracelsus
und
Nostradamus um nur einige zu nennen führen z.B. ihre
Prophezeiungen
auf astrologische Berechnungen zurück...